Tag 2

Warum muss lernen eigentlich so öde sein? Man könnte tausend nützlichere Dinge in der Zeit machen, in der man lernt. Ich sitze da, lerne Anatomie und könnte viel lieber an meiner Story arbeiten, die mir unter den Nägeln brennt. Ich könnte mit meiner besten Freundin telefonieren oder mich meinen süßen Nachbarn noch mal verführen. Stattdessen sitze ich hier, schreibe an meinem Blog und drucke nebenbei mein Skript für die nächste Prüfung aus. Ätzender Abend. Der einzige Lichtblick: nebenbei läuft Sex and the City auf DVD. Heute wird wohl die Nacht durch gemacht. Irgendwann werde ich anfangen Kaffee zu trinken (den ich nur für meine Eltern in der Wohnung horte) und werde vor lauter Verzweiflung anfangen zu bügeln, um mich selbst vom Lernen abzulenken. Ätzend. Aber jammern nutzt wenig. Den Monstern geht es zum Glück gut. Alle vier sind total niedlich und brav. Die Wildblumen blühen auf meinem Balkon und mein Kürbis gedeiht. Ich sollte leben und nicht lernen. Ich könnte umher reisen, neue Leute kennen zu lernen. Stattdessen sitze ich in Hannover vor meinem Pc, mein Fernseher läuft und ich rege mich über Carrie Bradshaw auf, weil sie diesen wundervollen Mann hat und ihn immer wieder von sich stößt. Bin ich genauso? Ich bekomme ja schließlich auch keine vernünftige Beziehung hin, weil ich mich nicht binden mag, weil ich vor allem Angst habe, Angst habe, dass irgendjemand merken könnte, wie viel Angst ich wirklich vor allem habe. Vor Veränderung, vor Intimität. Ich mag couragiert erscheinen, aber ich fürchte mich vor allem. Aber all das nutzt nichts. Ich werde jetzt zu meinen anatomischen Studien zurückkehren, Magenschmerzen vom Kaffee bekommen und morgen hoffentlich bestehen.

16.7.13 22:03

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