Tag 2

Warum muss lernen eigentlich so öde sein? Man könnte tausend nützlichere Dinge in der Zeit machen, in der man lernt. Ich sitze da, lerne Anatomie und könnte viel lieber an meiner Story arbeiten, die mir unter den Nägeln brennt. Ich könnte mit meiner besten Freundin telefonieren oder mich meinen süßen Nachbarn noch mal verführen. Stattdessen sitze ich hier, schreibe an meinem Blog und drucke nebenbei mein Skript für die nächste Prüfung aus. Ätzender Abend. Der einzige Lichtblick: nebenbei läuft Sex and the City auf DVD. Heute wird wohl die Nacht durch gemacht. Irgendwann werde ich anfangen Kaffee zu trinken (den ich nur für meine Eltern in der Wohnung horte) und werde vor lauter Verzweiflung anfangen zu bügeln, um mich selbst vom Lernen abzulenken. Ätzend. Aber jammern nutzt wenig. Den Monstern geht es zum Glück gut. Alle vier sind total niedlich und brav. Die Wildblumen blühen auf meinem Balkon und mein Kürbis gedeiht. Ich sollte leben und nicht lernen. Ich könnte umher reisen, neue Leute kennen zu lernen. Stattdessen sitze ich in Hannover vor meinem Pc, mein Fernseher läuft und ich rege mich über Carrie Bradshaw auf, weil sie diesen wundervollen Mann hat und ihn immer wieder von sich stößt. Bin ich genauso? Ich bekomme ja schließlich auch keine vernünftige Beziehung hin, weil ich mich nicht binden mag, weil ich vor allem Angst habe, Angst habe, dass irgendjemand merken könnte, wie viel Angst ich wirklich vor allem habe. Vor Veränderung, vor Intimität. Ich mag couragiert erscheinen, aber ich fürchte mich vor allem. Aber all das nutzt nichts. Ich werde jetzt zu meinen anatomischen Studien zurückkehren, Magenschmerzen vom Kaffee bekommen und morgen hoffentlich bestehen.

16.7.13 22:03, kommentieren

Tag 1

Dann mach auch ich mich mal an einen Blog. Vielleicht hilft es sich alles von der Seele zu schreiben. Also, erstmal zu mir. Ich bin 20 Jahre alt, habe rotes Haar und grün-braune Augen, das wechselt je nach Licht. Ich bin Studentin der Tiermedizin und lebe seit Oktober 2012 in Hannover. Ich habe zwei Schwestern und werde im Dezember Tante. Ich bin Rattenhalterin und liebe diese kleinen Monster unglaublich. Und ich liebe Severus Snape, wie keinen anderen Mann auf dieser Welt. Ich weiß, dass er es ist. Ich habe wirklich versucht andere Männer zu lieben, hatte drei Beziehungen, eine davon ernsthafter Natur, sowie ein One-Night-Stand vor zwei Wochen, dass mich kräftig durcheinander gebracht hat. Aber ich entdecke immer wieder Punkte, die mich stören, die ich vergleiche. Entweder fehlt es den Männern an Intelligenz, an Leidenschaft oder an Temperament. Wahlweise auch alles drei. Seit Jahren träume ich davon eines Tages in das Land meiner Träume auszuwandern. Großbritannien. Ich war bereits ein paar Mal da und liebe es wie kein anderes Land. Ich liebe den englischen Humor, ihre höfliche Art, das wenig emotionale in der Öffentlichkeit, die herrschende Disziplin. Man wird nicht genötigt über seine Gefühle zu reden und niemand fasst einen unnötig an. Ich fühle einfach, dass ich dort hingehöre. Vielleicht klappt es eines Tages. Für heute fällt mir erstmal nichts mehr ein. Bis die Tage.

15.7.13 20:09, kommentieren